Gute Jahre statt nur viele
Wir werden im Schnitt immer älter. Das Schöne daran: Wir gewinnen Zeit. Das weniger Schöne: Diese gewonnenen Jahre sind nicht automatisch gesunde Jahre. Im Durchschnitt verbringen wir die letzten Lebensjahre nicht mehr in voller Gesundheit.1
Genau hier liegt die gute Nachricht: Es geht nicht nur darum, möglichst lange zu leben, sondern möglichst lange gut zu leben – beweglich, selbstständig, mit Energie für das, was dir wichtig ist. Diese «gesunde Lebensspanne» können wir mit unserem Alltag ein Stück weit mitgestalten.
Gesundheit hat viele Hebel
Über Jahrzehnte hat die Forschung untersucht, was ein langes, gesundes Leben begünstigt. Das Ergebnis ist beruhigend vielfältig: Es ist nicht der eine Faktor, sondern ein Zusammenspiel. Menschen, die mehrere dieser Hebel beherzigen, leben im Schnitt deutlich länger und gesünder.2,3
Der unterschätzte Hebel: deine Muskeln
Ein Hebel verdient besondere Aufmerksamkeit, gerade für uns Frauen ab der Lebensmitte: die Muskeln. Mit den Jahren baut der Körper ganz natürlich Muskelmasse und -kraft ab – Fachleute nennen das Sarkopenie.4 Zwei Gründe spielen mit: Wir bewegen uns oft weniger, und der Körper reagiert schwächer auf Eiweiss als früher.5,6
Das klingt erst mal unangenehm, ist aber kein Schicksal. Denn Muskeln sind enorm wertvoll: Sie geben dir Kraft im Alltag, halten dich stabil, schützen vor Stürzen und unterstützen sogar deine Knochen. Und das Beste: Du kannst aktiv etwas tun.
Muskeln schützen – so geht's
Gerade in und nach den Wechseljahren ist das Gold wert – Muskel- und Knochenschutz in einem. Mehr zum Training in dieser Lebensphase findest du in Teil 16.
Ehrlich bleiben
Zwei Dinge zur Einordnung, damit kein neuer Druck entsteht. Erstens: Vieles, was die Forschung findet, sind Zusammenhänge – kein Beweis, dass das eine das andere zwingend verursacht.2 Zweitens: Vieles ist individuell, und kein einzelner Faktor entscheidet allein. Es geht nicht um Perfektion, sondern um eine Richtung, die dir guttut.
Das nimmst du mit
- Ziel sind nicht nur viele Jahre, sondern gute, selbstständige Jahre.
- Gesundheit hat viele Hebel – Essen ist nur einer davon.
- Bewegung und Muskeln gehören zu den stärksten Hebeln, besonders ab der Lebensmitte.
- Muskeln schützt du mit Bewegung, etwas Kraft und genug Eiweiss.
- Kein Faktor entscheidet allein – schon ein Hebel mehr lohnt sich.
Den Hebel Ernährung gemeinsam angehen
Essen ist einer dieser Hebel – und einer, bei dem ich dich gut begleiten kann. In meiner Ernährungsberatung schauen wir, wie du dich gut versorgst, deine Muskeln stärkst und dich in deiner Lebensphase wohlfühlst. Gerade rund um die Wechseljahre ist das mein Herzensthema.
Termin anfragenDie Ernährungsberatung ist EMR-anerkannt – viele Zusatzversicherungen beteiligen sich an den Kosten. Bitte kläre die Rückerstattung vorab mit deiner Versicherung ab.
Quellen
- WHO. Life expectancy and healthy life expectancy. World Health Organization.
- Loef M, Walach H. The combined effects of healthy lifestyle behaviors on all cause mortality: a systematic review and meta-analysis. Prev Med. 2012;55(3):163–170.
- Li Y et al. Impact of healthy lifestyle factors on life expectancies in the US population. Circulation. 2018;138(4):345–355.
- Von Haehling S, Morley JE, Anker SD. An overview of sarcopenia: facts and numbers on prevalence and clinical impact. J Cachexia Sarcopenia Muscle. 2010;1(2):129–133.
- Steffl M et al. Relationship between sarcopenia and physical activity in older people: a systematic review and meta-analysis. Clin Interv Aging. 2017;12:835.
- Paulussen KJM et al. Anabolic resistance of muscle protein turnover comes in various shapes and sizes. Front Nutr. 2021;8:615849.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Referenzwerte für die Proteinzufuhr. DGE aktuell, 08/2017.
- Rico-Uribe LA et al. Association of loneliness with all-cause mortality: a meta-analysis. PLoS One. 2018;13(1):e0190033.
- Jin Q et al. Association of sleep duration with all-cause and cardiovascular mortality: a prospective cohort study. Front Public Health. 2022;10:880276.
- Keyes CLM, Simoes EJ. To flourish or not: positive mental health and all-cause mortality. Am J Public Health. 2012;102(11):2164–2172.