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Sekundäre Pflanzenstoffe – iss den Regenbogen

Hinter Begriffen wie Flavonoide, Carotinoide oder Polyphenole steckt etwas Schönes und Einfaches: die natürlichen «Extras», die Pflanzen Farbe, Geschmack und Schutz geben. Über 5000 davon stecken in unserem Essen. Die gute Nachricht – du musst keinen einzigen Namen auswendig lernen. Farbe und Vielfalt sind dein Wegweiser.

Was sekundäre Pflanzenstoffe sind

«Sekundäre Pflanzenstoffe» ist ein Sammelbegriff für tausende bioaktive Stoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln – Farb-, Aroma- und Schutzstoffe der Pflanze. Anders als Vitamine (Vitamine) und Mineralstoffe (Mineralstoffe) sind sie nicht lebensnotwendig: Dein Körper braucht sie nicht zum Überleben. Trotzdem können sie einen wertvollen Einfluss auf den Stoffwechsel haben. Bekannt sind grob 100'000, in Lebensmitteln stecken 5000 bis 10'000 davon.

Warum Farbe und Vielfalt zählen

Jede Farbe steht für andere Stoffgruppen: das tiefe Violett der Beeren, das Orange der Rüebli, das satte Grün im Brokkoli – alle bringen unterschiedliche Pflanzenstoffe mit. Wer bunt und abwechslungsreich isst, deckt darum ganz nebenbei ein breites Spektrum ab. Kein Zählen, kein Optimieren – einfach Vielfalt auf dem Teller.

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Iss den Regenbogen

Farbe
Zum Beispiel
Was drinsteckt
Rot & Violett
Beeren, Trauben, Randen, Rotkabis
Anthocyane (Flavonoide)
Gelb & Orange
Rüebli, Kürbis, Aprikose, Süsskartoffel
Carotinoide
Grün
Brokkoli, Spinat, Kohl, Kräuter
Chlorophyll & Glucosinolate
Weiss & Braun
Zwiebel, Knoblauch, Lauch
Schwefelverbindungen (Sulfide)
Hülsenfrüchte
Linsen, Kichererbsen, Tofu
Phytoöstrogene (Isoflavone)

Was die Forschung ehrlich sagt

Das meiste Wissen stammt aus Beobachtungsstudien. Sie bringen eine pflanzenreiche Ernährung mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krankheiten in Verbindung – ein klarer, ursächlicher Beweis fehlt aber oft. Heisst konkret: Pflanzenstoffe sind kein Wundermittel, und kein einzelner «Superstoff» macht den Unterschied. Was zählt, ist das Gesamtbild: viel und vielfältig pflanzlich essen. Genau darum halte ich auch wenig von Pülverchen und Extrakten – das Original auf dem Teller ist unschlagbar.

Wo sie stecken – und wie du mehr bekommst

Reich an sekundären Pflanzenstoffen sind Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse und Samen – dazu Kaffee, Kakao, Tee sowie Kräuter und Gewürze. Wer pflanzenbetont isst, nimmt automatisch mehr davon auf. Drei einfache Hebel: über die Woche möglichst bunt variieren, die (gut gewaschene) Schale öfter dranlassen und Gemüse grosszügig statt nur als Deko. Mehr zu Ballaststoffen aus denselben Lebensmitteln findest du in Ballaststoffe, mehr zum Gedanken «es gibt nicht die eine richtige Ernährung» in Teil 1.

Du musst keine Tabelle auswendig lernen – bunt und vielfältig essen erledigt das meiste von ganz allein.

Das nimmst du mit

  • Sekundäre Pflanzenstoffe sind bioaktive «Extras» aus Pflanzen – nicht lebensnotwendig, aber wertvoll.
  • Farbe ist dein Wegweiser: je bunter und vielfältiger, desto breiter das Spektrum.
  • Die Forschung verknüpft pflanzenreiche Ernährung mit Nutzen – eindeutige Beweise fehlen oft, also kein Wundermittel.
  • Reich dran: Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse & Samen, dazu Kaffee, Kakao, Tee, Kräuter.
  • Das Original schlägt das Pülverchen: lieber bunt essen als Extrakte schlucken.

Mehr Farbe auf den Teller?

Bunt essen klingt einfach – im Alltag ist es manchmal trotzdem knifflig. In der EMR-anerkannten Ernährungsberatung schauen wir gemeinsam, wie mehr Vielfalt und Farbe ganz unkompliziert bei dir landen, passend zu deinem Tag und deinen Vorlieben.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder bestehenden Erkrankungen wende dich an eine Fachperson deines Vertrauens.

Quellen

  1. Das K, Gezici S. Secondary plant metabolites, their separation and identification, and role in human disease prevention. Annals of Phytomedicine 7 (2018): 13–24.
  2. Watzl B. Einfluss sekundärer Pflanzenstoffe auf die Gesundheit. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): 12. Ernährungsbericht. Bonn, 2012: 355–374.
  3. Aune D, et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality. International Journal of Epidemiology 46.3 (2017): 1029–1056.