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Schadstoffe im Essen – entspannt eingeordnet

Schadstoffe im Essen klingen nach Alarm. Die ruhigere Wahrheit: Sie stecken in fast jedem Lebensmittel – natürlich wie verarbeitet – und trotzdem ist Essen kein Risiko, sondern Genuss. Dein Körper baut das meiste ab, es gelten geprüfte Grenzwerte, und mit ein paar einfachen Handgriffen hast du das Wesentliche im Griff.

Schadstoffe sind fast überall – und das ist okay

Zuerst die beruhigende Nachricht: Schadstoffe stecken in praktisch jedem Lebensmittel – in natürlichen wie in verarbeiteten, in Bio wie in konventionell. Das klingt dramatisch, ist es aber selten. Dein Körper ist darauf eingerichtet: Die Leber baut viele Stoffe ab, über Niere, Darm, Atmung und Haut wird ausgeschieden.

Entscheidend ist – wie schon in Zusatzstoffe – die Menge: Erst die Dosis macht, ob ein Stoff schadet. Dazu gelten für Lebensmittel verbindliche Grenzwerte, die behördlich stichprobenartig geprüft werden. Wird etwas überschritten, folgen Rückruf und Strafen.

Natürlich heisst nicht harmlos

«Natürlich» wird gern mit «gesund» gleichgesetzt – ganz so einfach ist es nicht. Auch Pflanzen bilden Stoffe zu ihrem eigenen Schutz. Die gute Nachricht: Die meisten werden durch Garen oder Verarbeiten entschärft.

  • Solanin in grünen Stellen und Keimen von Kartoffeln → grosszügig wegschneiden oder entsorgen.
  • Phasin in rohen Bohnen → nie roh essen, immer gut durchgaren.
  • Oxalsäure in Spinat, Rhabarber, Randen, Mangold → für die meisten unproblematisch; bei Neigung zu Nierensteinen mit der Fachperson besprechen.
  • Avidin in rohem Ei → durch Kochen kein Thema.
  • Phytinsäure in Vollkorn und Hülsenfrüchten bindet Mineralstoffe → durch Einweichen, Keimen oder Fermentieren reduzierbar (mehr dazu in Mineralstoffe und den Eiweiss-Kompass).

Beim Erhitzen und Verarbeiten

Beim starken Erhitzen können neue Stoffe entstehen, die als potenziell ungünstig gelten – ein Grund, sie zu reduzieren, kein Grund zur Angst.

  • Acrylamid in zu heiss oder dunkel Gebackenem und Frittiertem (Pommes, Toast, Kekse) → goldgelb statt dunkelbraun.
  • PAK an stark Verkohltem oder Gegrilltem → nicht verkohlen lassen, Fett nicht in die Flamme tropfen lassen.
  • Nitrosamine aus gepökelten, stark erhitzten Wurst- und Fleischwaren → Pökelfleisch wie Speck oder Wienerli nicht grillen oder scharf anbraten.

Rückstände, Keime und Co.

Dazu kommen Rückstände und Verunreinigungen – etwa Schwermetalle, Reste von Pflanzenschutzmitteln, Umweltstoffe oder Weichmacher aus Verpackungen – sowie Keime und Schimmel. Auch hier gilt: Grenzwerte und gute Praxis halten das Risiko klein. Deine zwei stärksten Hebel sind abwechslungsreich essen (das verteilt mögliche Rückstände) und richtig lagern. Verschimmeltes wirfst du ganz weg – nicht nur die sichtbare Stelle.

Dein Körper – und ein paar Handgriffe

Du musst dir das alles nicht merken. Dein Körper erledigt den grössten Teil, und für den Rest reichen ein paar einfache Gewohnheiten in der Küche:

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Sicher geniessen – einfache Küchentipps

Worauf achten
Einfacher Dreh
Grüne Stellen & Keime an Kartoffeln
Grosszügig wegschneiden – oder entsorgen.
Rohe Bohnen & Hülsenfrüchte
Immer gut durchgaren, nie roh essen.
Pökelwaren (Speck, Wienerli)
Nicht grillen oder scharf anbraten.
Pommes, Toast, Gebäck
Goldgelb backen statt dunkelbraun.
Schimmel auf Lebensmitteln
Ganz wegwerfen, nicht nur die Stelle.

Nicht der einzelne Stoff macht das Problem, sondern die Menge – und die hast du mit ein paar Handgriffen gut im Griff.

Das nimmst du mit

  • Schadstoffe stecken in fast jedem Lebensmittel – natürlich wie verarbeitet. Das ist normal.
  • Dein Körper baut viel ab und scheidet aus; zusätzlich gelten geprüfte Grenzwerte.
  • Natürlich heisst nicht harmlos – die meisten Pflanzenstoffe werden durch Garen entschärft.
  • Beim Erhitzen: goldgelb statt dunkel, Pökelfleisch nicht grillen.
  • Deine zwei besten Hebel: abwechslungsreich essen und richtig lagern (Schimmliges ganz weg).

Wenn Essen zur Sorgenliste wird

Du musst nicht jedes Schlagwort fürchten. In der EMR-anerkannten Ernährungsberatung sortieren wir gemeinsam Fakten von Mythen – damit Essen wieder leicht und genussvoll wird, ohne ständiges Bauchweh beim Einkaufen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen (z. B. Neigung zu Nierensteinen) oder in der Schwangerschaft gelten besondere Empfehlungen – etwa zu rohen tierischen Lebensmitteln. Wende dich dafür an eine Fachperson deines Vertrauens.

Quellen

  1. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Scientific Opinion on acrylamide in food. EFSA Journal 13.6 (2015): 4104.
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Stellungnahmen zu Glykoalkaloiden (Solanin) in Kartoffeln sowie zu Lektinen (Phasin) in rohen Bohnen.
  3. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Schimmel auf Lebensmitteln; Tipps für sicheres Grillen.
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Empfehlungen zum Umgang mit Pökelwaren und beim Grillen.