GesundheitswegeAnita Schlüchter · Sumiswald

Worauf es wirklich ankommt · Teil 5

Perfekt muss nicht sein – warum 80 % schon alles verändern

Der Plan startet am Montag, am Dienstag rutschst du raus – und am Mittwoch heisst es: «jetzt ist eh alles egal». Genau dieses Denken hält dich fest. Die gute Nachricht: Du brauchst nicht perfekt zu sein.

Letzter Teil der Reihe «Worauf es wirklich ankommt» – nach Kohlenhydrate & Fette, Eiweiss, der nachhaltigen Strategie und Krafttraining kommt jetzt das, was alles zusammenhält: deine innere Haltung.

Lesezeit ca. 4 Min. von Anita Schlüchter, Integrative Ernährungsberatung EMR

Ich erlebe es in der Praxis immer wieder: Nicht der fehlende Wille bremst Frauen aus – sondern der Anspruch, es perfekt machen zu müssen. Ein Stück Kuchen, ein verpasstes Training, ein stressiger Tag – und schon kippt das ganze Vorhaben. «Wenn schon nicht perfekt, dann gar nicht.»

Das Alles-oder-nichts-Denken

Dieses Denken ist der eigentliche Stolperstein. Es führt zu Aufschieben, Frust und am Ende zum Aufgeben – nicht, weil du zu wenig kannst, sondern weil die Messlatte unmenschlich hoch liegt. Ein einzelner «Ausrutscher» macht gar nichts kaputt. Was zählt, ist die Richtung über Wochen und Monate, nicht der einzelne Tag.

Es gibt keine perfekte Strategie

Hier kommt eine entlastende Wahrheit: Die perfekte Ernährung gibt es nicht – auch wissenschaftlich nicht. Wer dem perfekten Plan hinterherjagt, jagt einem Phantom nach. «Gut und in die richtige Richtung» schlägt «perfekt» – jeden Tag. Denn perfekt hält niemand durch, gut genug schon.

Fehler gehören zum Weg

In der Schule wurden Fehler bestraft. Im echten Leben sind sie etwas anderes: Stufen auf dem Weg zum Ziel. Ein Ausrutscher ist kein Scheitern – er ist Information. Schau hin, sei freundlich mit dir, lern daraus und mach weiter. Ohne schlechtes Gewissen, ohne «jetzt-ist-eh-alles-egal».

Das Ampelsystem: dein Entlastungs-Werkzeug

Statt in «perfekt oder gescheitert» zu denken, denk in Abstufungen. Stell dir eine Ampel vor – mit drei Stufen, die alle nach vorne führen:

Gut genug

Du hast dich grob an deine Basics gehalten: einigermassen ausgewogen gegessen, dich etwas bewegt, ordentlich geschlafen.

Besser

Dazu regelmässige Bewegung, mehrheitlich unverarbeitete Lebensmittel, genügend Eiweiss und guter Schlaf.

Ideal

Alles greift ineinander: bewusste Ernährung, regelmässiges Training, Erholung. Schön, wenn es klappt – aber kein Muss für jeden Tag.

Das Ziel ist nicht, jeden Tag «ideal» zu sein. Die meisten Tage «gut genug» – das verändert dein Leben.

80 % statt 110 %

Du musst nicht alles geben und noch ein bisschen mehr. Konzentrier dich auf die wenigen Dinge, die wirklich zählen – eine Energiemenge, die zu dir passt, genügend Eiweiss, Bewegung und Schlaf. Der Rest darf flexibel sein. Genau das hält dich langfristig im Spiel.

«Strebe nie nach 110 %. Schon 80 % verändern dein Leben.»

Was du brauchst, ist eine gesunde Mischung aus Ambition und Gelassenheit – nicht den anstrengenden Cocktail aus Perfektionismus und Übereifer. Das eine treibt dich an, das andere lässt dich durchhalten.

Das nimmst du mit

Den Druck rausnehmen – gemeinsam

Du musst den perfekten Plan nicht alleine finden – und schon gar nicht perfekt umsetzen. In meiner Ernährungsberatung schauen wir gemeinsam, was realistisch in dein Leben passt: ein flexibler, alltagstauglicher Weg, der dich trägt, statt dich unter Druck zu setzen.

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Die Ernährungsberatung ist EMR-anerkannt – je nach Zusatzversicherung werden die Kosten ganz oder teilweise zurückerstattet.
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Die ganze Reihe «Worauf es wirklich ankommt»

  1. Kohlenhydrate & Fette – der Makro-Mythos
  2. Eiweiss – wie viel du wirklich brauchst
  3. Nachhaltig schneller als schnell
  4. Stark bleiben: Krafttraining ab 40
  5. Perfekt muss nicht sein (dieser Beitrag)

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Bildung. Wenn das Alles-oder-nichts-Denken rund ums Essen für dich sehr belastend ist oder sich verselbstständigt, bist du damit nicht allein – eine Fachperson kann dich dabei begleiten.