Gesundheitswege Worauf es wirklich ankommt
Worauf es wirklich ankommt · Der Einstieg

Es gibt nicht die eine gesunde Ernährung

Wer hofft, es gäbe DEN einen richtigen Ernährungsplan, wird enttäuscht – und das ist eine gute Nachricht. Denn «gesund essen» bedeutet für jede Frau etwas anderes. Statt Regeln auswendig zu lernen, lohnt es sich zu verstehen, worauf es wirklich ankommt.

Schön, dass du da bist. Das hier ist der Anfang einer ganzen Reihe rund um Ernährung, Bewegung und ein gesundes Leben – ehrlich, alltagstauglich und ohne Diät-Druck. Kein Plan von der Stange, sondern Wissen, das du auf dein Leben anwenden kannst.

Du kannst der Reihe nach lesen oder direkt dort einsteigen, wo es dich gerade packt. Dieser Beitrag legt das Fundament: warum «gesund» für jede etwas anderes heisst.

5 Min von Anita Schlüchter · Gesundheitswege

Was «gesund» überhaupt heisst

Schon der Begriff Gesundheit ist gar nicht so eindeutig, wie man meint. Die wohl bekannteste Beschreibung stammt von der Weltgesundheitsorganisation: Gesundheit ist demnach ein Zustand von körperlichem, geistigem und sozialem Wohlbefinden – und nicht nur das Freisein von Krankheit.1 Die WHO selbst versteht das übrigens als Leitsatz, nicht als exakte Definition.2

Wichtig ist die Richtung: Gesundheit ist mehr als ein Laborwert oder eine Zahl auf der Waage. Sie hat drei Seiten, die zusammenspielen.

Gesundheit hat drei Seiten

Körperlich

Leistungsfähigkeit, Beweglichkeit, gute Verdauung, erholsamer Schlaf – dass dein Körper dich gut durch den Alltag trägt.

Geistig

Wie du dich fühlst und denkst – geprägt von deinen Werten, Überzeugungen und deiner Geschichte. Auch sehr persönlich.

Sozial

Essen verbindet: gemeinsame Mahlzeiten, Traditionen, Feiern. Ein grosser, oft vergessener Teil von Wohlbefinden.

Gesund essen heisst also nicht nur «die richtigen Nährstoffe» – sondern, dass alle drei Seiten ihren Platz haben.

Warum es kein Patentrezept gibt

Genau deshalb gibt es nicht DIE eine gesunde Ernährung. Was für die eine ideal ist, passt für die andere überhaupt nicht. Das hängt von ganz vielen Dingen ab:

Wer dir einen einzigen «perfekten» Plan verkauft, blendet all das aus. Und genau das macht starre Diäten so anstrengend – sie passen nie ganz zu deinem echten Leben.

Essen ist mehr als Nährstoffe

Eine Mahlzeit ist selten nur Treibstoff. Sie ist Genuss, Erinnerung, ein Anker im Tag, ein Anlass, zusammenzukommen. Das gemeinsame Essen am Sonntag, der Kaffee mit einer Freundin, das Lieblingsgericht aus der Kindheit – auch das gehört zu gesunder Ernährung dazu. Wenn Essen nur noch aus Verboten und Berechnung besteht, geht genau dieser Teil verloren.

Worauf es trotzdem ankommt

«Individuell» heisst nicht «egal». Bei aller Vielfalt gibt es eine Basis, auf die sich fast alle einigen können:

Die Basis, auf die es ankommt

  • Alle essenziellen Nährstoffe abdecken – Eiweiss, gute Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe. So beugst du Mängeln vor.
  • Genug essen, nicht zu wenig. Dauerhaft zu knapp oder zu einseitig zu essen ist ein eigenes Risiko – nicht nur ein Zuviel.
  • Mit den Jahren an die Muskeln denken. Genug Eiweiss und Bewegung helfen, Muskeln und Knochen zu schützen – mehr dazu in Teil 2 und Teil 7.

Qualität ist wichtig – aber auch, dass die Menge stimmt: genug, abwechslungsreich, dem Leben angepasst. Innerhalb dieser Basis darfst du herausfinden, was zu dir passt.

«Gesund essen heisst nicht, perfekt zu essen – sondern zu dir zu passen.»

Das nimmst du mit

  • Gesundheit hat drei Seiten: körperlich, geistig und sozial.
  • Es gibt nicht DIE eine gesunde Ernährung – sie ist hochgradig individuell.
  • Essen ist auch Genuss, Kultur und Verbindung, nicht nur Nährstoffe.
  • Die Basis: alle essenziellen Nährstoffe decken und genug essen.
  • Innerhalb dieser Basis darfst du deinen eigenen Weg finden.

Deinen eigenen Weg finden

Statt eines Plans von der Stange schauen wir in meiner Ernährungsberatung gemeinsam, was zu deinem Körper, deinem Alltag und deinen Vorlieben passt. In Ruhe, ehrlich und ohne Diäten-Druck.

Kostenloses Erstgespräch

Die Ernährungsberatung ist EMR-anerkannt – viele Zusatzversicherungen beteiligen sich an den Kosten. Bitte kläre die Rückerstattung vorab mit deiner Versicherung ab.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Themen rund um Essen, Gewicht und Körperbild können belastend sein. Wenn dich das Thema stark beschäftigt oder dein Essverhalten dich einengt, wende dich bitte an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine entsprechende Fachperson.

Quellen

  1. WHO. Constitution of the World Health Organization. Genf; 1948.
  2. Franzkowiak P, Hurrelmann K. Gesundheit. In: BZgA (Hrsg.). Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. 2022.
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Referenzwerte für die Proteinzufuhr. DGE aktuell, 08/2017.